Auch im Winter wird es im Brieftaubenwesen nicht langweilig. Ist die Reisezeit vorbei und die jährliche Mauser gut überstanden, steht die Zeit der Ausstellungen an. Für viele noch einmal eine tolle Gelegenheit die Erfolge einer gelungen Zucht zu präsentieren und herauszufinden, ob die hervorragende Reisetaube auch den Standards entspricht.

Dies zu entscheiden obliegt den eigens dafür ausgebildeten Preisrichtern. Sie schließen sich in der Preisrichter-Vereinigung zusammen, die seit hundert Jahren als unparteiisches Organ die Ausstellungen begleitet und über die schönsten Tauben entscheidet.

Im Winter finden Ausstellungen in ganz Deutschland statt, von der Vereins- bis zur Regionalverbandsebene. Die bekannteste Ausstellung ist die Deutsche Brieftaubenausstellung findet jedes Jahr in Dortmund statt. Hier trifft Industrie-Ausstellung auf Tauben-Ausstellung, sodass sich hier jährlich Züchter aus ganz Deutschland treffen und austauschen und sich gleichzeitig für die kommende Saison ausrüsten können.

 

Weitere Infos zur weltweit größten Brieftaubenausstellung gibt es hier:

 

Zur Deutschen Brieftaubenausstellung

 

Auf internationaler Ebene wird es alle zwei Jahre statt, wenn die Olympiade des internationalen Brieftaubenverbandes (Fédération Colombophilie Internationale, kurz FCI) stattfindet. Hier treffen die besten Tauben der Welt in zwei Klassen aufeinander: In der Sport-Klasse, in der die Tauben anhand ihrer sportlichen Leistungen konkurrieren und in der Standard-Klasse. Hierhin schicken die Verbände ihre schönsten Tauben, um sich am internationalen Standard zu messen.

 

 

 

Ein besonderer Reiz am Hobby „Brieftauben“ sind die Distanzflüge. Brieftauben besitzen von Natur aus eine erstklassige Orientierungsfähigkeit und ein gutes Heimfindevermögen. Durch tierschutzrechtlich einwandfreie Trainings werden diese Fähigkeiten weiter ausgebaut. Sie können Distanzen von mehreren hundert Kilometern in einer Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h zurücklegen.

Zwischen April und September finden Distanzflüge statt. Ein absolutes Highlight für jeden Züchter; schließlich kann er hier seine Mühen mit denen anderer Züchter messen und den Erfolg direkt beurteilen.

„Flugtage sind die schönsten Tage“, hört man oft. Seine Liebsten jede Woche in Empfang zu nehmen, mitzufiebern und sich Woche für Woche mit seinen Kameraden auszutauschen schätzen viele Züchter besonders an ihrem Hobby.

Bereits einen Tag vor dem Flug treffen sich alle reisenden Züchter zum „Einsetzen“ im Vereinslokal. Die Tauben werden über das Konstatiersystem registriert und kommen in den, nach ihren Bedürfnissen ausgerichteten, Transportwagen („Kabinenexpress“ oder kurz „Kabi“), der sie zum Auflassort bringt.

Aufgelassen wird natürlich nur, wenn die Bedingungen allen Anforderungen entsprechen. Um dies zu gewährleisten werden extra ausgebildete Flugleiter sowie professionelle Wetterdienste eingesetzt.

 

Konkurrenzen

 

Selbstverständlich fliegt nicht grundsätzlich jede Taube gegen jede andere. Ein- und mehrjährige Tauben fliegen grundsätzlich nicht gegen junge Tauben. Und obwohl ein- und mehrjährige Tauben gemeinsam aufgelassen werden, gibt es oft eine getrennte Konkurrenz. Allerdings gibt es hier auch Unterschiede.

Zusätzlich zur „Einheitskonkurrenz“, in der alle „alten“ Tauben (Tauben, die älter als ein Jahr sind) miteinander konkurrieren, gibt es oft noch separate Konkurrenzen. Einjährige Tauben etwa haben einen gesonderten Wettbewerb, da auch sie immer noch Erfahrungen sammeln und längst nicht fertig ausgebildet sind. Oft gibt es auch Konkurrenzen nur für weibliche Tauben. Solche Konkurrenzen werden jedoch in den einzelnen Vereinigungen festgelegt und „intern“ ausgeflogen.

Grundsätzlich variieren die Flüge der Alttierreise zwischen 100 und 700 Kilometern.

Tauben unter einem Jahr sind Jungtiere. Ihre Flugstrecken variieren zwischen 80km und 400km.

In gesonderten Distanzflügen, konkurrieren sogenannte Weitstreckentauben, die Distanzen über 1000km zurücklegen können. Diese Tauben werden speziell für solche Flüge ausgebildet und trainiert. Diese Wettflüge finden auf internationaler Ebene statt.

 

Konstatiersystem/ Ringe

 

Um die Ergebnisse der Distanzflüge auszuwerten gibt es computergestützte Technologien und Systeme, die die Auswertung erleichtern und schneller machen. Die Leistungen der Tauben werden daher anhand des sogenannten „Konstatiersystems“ gemessen. Jede Taube, die an einem Wettflug teilnimmt, bekommt einen elektronischen Konstatierring, den sie zusätzlich zu ihrem Verbandsring tragen muss. Dieser enthält einen Chip, der mit einem speziellen Code beschreiben wird, sodass eine Manipulation der Flugergebnisse nicht möglich ist. Kehrt die Taube vom Flug zu in ihren Schlag zurück, wird sie über den Terminal an der Schlaganlage registriert und ihre Zeit sekundengenau in einem Konstatiergerät („Uhr“) festgehalten. Um die Flugleistungen der Tauben vergleichen zu können, wird die durchschnittliche Geschwindigkeit (Entfernung zum Schlag in Metern geteilt durch die Flugzeit in Minuten) ausgerechnet.

 

Die „perfekte“ Taube gibt es nicht. Jeder Züchter verfolgt daher ein bestimmtes Ziel bei der Zucht seiner Tauben, um bestimmte Merkmale in den Vordergrund zu stellen. Unabhängig von den individuellen Zielen stehen manche Merkmale aber bei jedem hoch im Kurs: Orientierungsfähigkeit, Schnelligkeit und Willenskraft.

 

Orientierungsfähigkeit

Die Faszination an der Brieftaube liegt vor allem an ihrer Fähigkeit, scheinbar von überall nach Hause zu finden. Dennoch kann man durch gezielte Zucht auch dieses Merkmal in einer Familie gezielt herausstellen, um die Fähigkeit so noch zu verbessern!

 

Schnelligkeit

„Ein Sprint ist kein Marathon“, dieses Sprichwort ist allgemein geläufig und gilt für die Brieftaube ebenso. Man muss sich im Vorfeld überlegen, worauf man sich mit seinen Tauben spezialisieren möchte. Aus den Niederlanden beispielsweise kennt man die Begriffe „Kurzstrecke“ (Flüge zwischen 100 und 200 Kilometern), „Mittelstrecke“ (Flügen zwischen 200 und 600 Kilometern) und „Weitstrecke“ (Flüge über 600 Kilometer). Abhängig davon, welche Strecken eine Taube meistern sollen, müssen selbstverständlich ihre Fähigkeiten ausgebildet und trainiert werden.

 

Willenskraft

Der unbedingte Wille nach Hause zu kommen ist ganz besonders wichtig für jede Taube. Der Wille, zurückzukehren, zum Partner, zum Kind und zum Züchter, der seine Tauben umsorgt und erwartet. Diese Charaktereigenschaft ist wichtig und das wünscht sich jeder Züchter für seine Tauben. Daher ist er natürlich auch bestrebt, diese Charaktereigenschaft bei seinen Tauben herauszustellen!

Wenn man also selbst Tauben züchtet, setzt man sich selbst Ziele. Diese Ziele kann man mit unterschiedlichen Methoden erreichen. Im Wesentlichen unterscheidet man aber 2 Zuchtmethoden: Die Paarung nicht verwandter Tiere und die Paarung verwandter Tiere. Die eigenen Präferenzen muss hier jeder selbst herausfinden und erarbeiten.

Die Zuchtperiode ist an die Reisezeit der Tauben angepasst.

Die Anpaarung der Tauben findet deshalb hauptsächlich im Frühling statt, einige Züchter setzen aber auch eine weitere Zuchtperiode in den Wintermonaten an.

10 Tage nach der Anpaarung legt die Täubin zwei Eier. 17 Tage werden diese Eier im Wechsel von beiden Geschlechtern bebrütet. Auch nachdem die Küken geschlüpft sind, kümmern sich die Eltern gemeinsam um den Nachwuchs. Nach etwa 25 Tagen beginnen die Jungen mit der eigenständigen Nahrungsaufnahme und werden selbstständig. Sie können dann langsam von den Elterntieren getrennt werden und in einem eigenen Jungtierschlag aufgezogen werden.

 

Brieftauben – die etwas anderen Haustiere – haben auch etwas andere Bedürfnisse. Sie wohnen nicht im klassischen Sinne mit uns zusammen, und benötigen daher ein eigenes Reich. Die Gestaltung des eigenen Taubenschlages hängt selbstverständlich immer von den individuellen Gegebenheiten ab. Wichtig ist jedoch eine trockene, zugfreie, helle Umgebung mit ausreichend Nistmöglichkeiten und Sitzplätzen. Dass die Taubenschläge immer sauber gehalten werden, versteht sich von selbst. Tauben sind ihrem Partner grundsätzlich treu. Es empfiehlt sich daher, Tauben pärchenweise zu halten. Tauben sind Schwarmtiere, sollten sie auch einen kleinen Schwarm bilden können. Mehrere Pärchen zu halten ist daher die optimale Lösung – die Tauben fühlen sich mit ihrem Partner wohl und können gleichzeitig einen eigenen Schwarm bilden. Durch ihren Orientierungssinn ist es Tauben möglich, immer wieder in die Heimat zurückzukehren. Wenn sie an ihren Heimatschlag gewöhnt sind, können Tauben problemlos am Haus ihre Kreise ziehen. Daher ist es wichtig und unbedingt empfehlenswert, Tauben schon so früh wie möglich, am besten als Jungtauben, an ihr Zuhause zu gewöhnen. Tauben lernen ihre Umgebung am besten in einer Voliere kennen. Diese bietet den Tauben Schutz vor äußeren Umwelteinflüssen oder Greifvogelattacken, ermöglicht es den Tieren aber, die nächste Umgebung kennenzulernen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase können die Jungtauben auch rausgelassen werden und ihren Freiflug genießen. Vorsicht in den Wintermonaten! Greifvögel haben es in dieser Zeit besonders auf Tauben abgesehen, deshalb sollte man besonders achtsam sein vor Ausflügen.

 

Taubenschlag

 

Grundsätzlich gilt: Trocken, hell, sauber und ohne Zugluft muss jeder Taubenschlag sein. Alle weiteren Faktoren sind individuell zu gestalten. Je nach Fläche, die zur Verfügung steht und je nach der Anzahl der Tauben, die man halten möchte oder kann. Wichtig ist vor allen Dingen, dass ausreichend Raum für Nistplätze und Sitzplätze zur Verfügung steht, sodass keine Revierkämpfe entstehen. Für ein Brutpaar sollte ca. 1m² Fläche eingerechnet werden. Die Deckenhöhe des Taubenschlages sollte nicht viel höher sein als der Züchter selbst groß ist. Die Tauben sind sonst schwer einzufangen. Für den Bodenbelag ist glattes Material zu bevorzugen, da die Reinigung so vereinfacht wird.

Bei der Einrichtung des Taubenschlages ist es wichtig, zu bedenken, für welchen Zweck die Tauben gehalten werden sollen. Bekommen die Tiere Freiflug oder werden sie in einer Voliere gehalten, fliegen aber nicht im Haus? Es empfiehlt sich außerdem, Zucht- und Reisetauben getrennt zu halten, da die Versorgung unterschiedlich ausfallen kann. Futter, dass die Zuchttauben gerade gut gebrauchen können, sollten die Reisetauben in ihrem Trainingsplan womöglich gerade nicht fressen oder umgekehrt. Um die entwöhnten Jungtiere optimal aufzuziehen und vorzubereiten, ist es zudem sinnvoll, sie in einem separaten Schlag weiter aufzuziehen.

 

Versorgung

 

Grundsätzlich gestaltet sich der zeitliche Aufwand der Versorgung immer individuell. Trotzdem empfiehlt es sich, die Tauben zweimal täglich zu versorgen. Dabei ist es selbstverständlich, dass Tränken und Futterrinnen täglich gereinigt werden müssen, um Krankheiten zu vermeiden.

Gerade auf die Tränken sollte geachtet werden. Stehendes Wasser verschmutzt schneller, gerade im Taubenschlag, daher sollte das Trinkwasser regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Besonders bei extremen Temperaturverhältnissen ist es wichtig auf ausreichendes Trinkwasser zu achten, da Tränken im Winter schnell zufrieren und sich im Sommer schneller leeren können.

Gefüttert werden Brieftauben mit eigens für die Tiere vorgesehenem und gemischtem Körnerfutter. Je nach Bedarf und Zeitpunkt im Jahr kann es durch unterschiedliche Zusatzprodukte ergänzt werden. Empfehlungen gibt es selbstverständlich von unserer Taubenklinik.

Zusätzlich sollte den Tauben immer Grit und Magensteinchen zur Verfügung gestellt werden. Durch das Grit nehmen sie wichtige Mineralstoffe auf, die sie zur Gesunderhaltung des Organismus benötigen. Vögel haben einen anderen Verdauungstrakt als beispielsweise Säugetiere. Während sie manche Dinge von vornherein nicht fressen dürfen, weil sie es gar nicht erst verdauen können, benötigen sie zusätzliche Unterstützung zur Verdauung. Vögel haben keine Zähne, müssen die aufgenommenen Körner aber dennoch zerkleinern. Diesen Zweck unterstützen beispielsweise Magensteinchen, die helfen, die aufgenommenen Körner zu verkleinern.

Brieftauben, die Distanzflüge bestreiten, werden durch tierschutzgerechte Trainings vorbereitet. Daher benötigen auch die Tauben spezielles Futter und Vitamine. Hier hat unsere Taubenklinik schon Pakete mit Beiprodukten zusammengestellt, die auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt sind.

Tauben sind ausgesprochen reinliche Tiere! Daher sollte ihnen ausreichend oft (mindestens 1-2x pro Woche) die Gelegenheit gegeben werden, ein Bad zu nehmen. So können sie ihr Gefieder pflegen und sich sauber halten.

 

 

 

 


Brieftauben kennt jeder, Brieftauben sind Kult! Als Nachrichtenübermittler spielen sie in der Geschichte eine große Rolle. Aber auch wenn sie dieses Amt dank neuster Medien nicht mehr ausüben, sind sie aus der deutschen Kultur nicht wegzudenken. Tierliebe, Zeit in der Natur und ein geselliges Vereinsleben überzeugen noch heute sich diesem außergewöhnlichen Hobby zu widmen. Das Brieftaubenwesen ist in allen Generationen präsent. Es erfordert besondere Kenntnisse und Fähigkeiten in allen Bereichen des Brieftaubenwesens, dieses Kulturgut zu pflegen und an kommende Generationen weiterzugeben. Im September 2017 wurde deshalb die Bewerbung um Aufnahme des Brieftaubenwesens in das „Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes NRW“ eingereicht. Voraussetzung für diese Bewerbung ist die Ausübung der lebendigen Tradition im Einklang mit den geltenden Rechtsvorschriften der BRD. Genau dies trifft auf das Brieftaubenwesen zu. Tradition, Tierliebe, Leidenschaft und Gemeinschaft vereint in einem Hobby lassen keinen Zweifel an der kulturellen Bedeutung sodass es nicht überrascht, dass das Brieftaubenwesen in NRW seit April 2018 in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde.

Brieftaubewesen

 

Brieftauben sind einzigartige Tiere! Sie sind intelligent, treu und besitzen einen unvergleichlichen Orientierungssinn. Genau diese Eigenschaften sind es, die die über 30.000 Brieftaubenzüchter in Deutschland faszinieren und die der Leidenschaft für das Hobby „Brieftauben“ zugrunde liegen.

 

Aber was macht dieses ungewöhnliche Hobby überhaupt aus?

 

 

Das Zusammenspiel aus diesen Bereichen macht dieses Hobby abwechslungsreich und interessant. – Für alle, denn: Brieftauben verbinden! Bei uns wird Gemeinschaft groß geschrieben! Das Brieftaubenwesen vereint alle Altersklassen, Kulturen und Gesellschaftsschichten. Hier sind alle gleich, denn die Liebe zu den Tauben steht im Mittelpunkt. Stöbern Sie auf den folgenden Seiten und lernen Sie schon jetzt die faszinierenden Facetten unseres schönen Hobbys kennen.

 

Sie sind neugierig geworden? Dann besuchen Sie doch einmal einen Taubenschlag in Ihrer Nähe und lassen sich in einem persönlichen Gespräch von der Faszination „Brieftaube“ überzeugen!

 

Bei Fragen und Hilfestellungen melden Sie sich gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Gut Flug!

 

 

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DBA 2020

Die Deutsche Brieftauben-Ausstellung (DBA) findet im nächsten Jahr vom 04. bis 05. Januar 2020 in Dortmund statt. Planen Sie Ihre Teilnahme mit Hilfe des aktuellen Anmeldeformulars für einen Ausstellungsstand oder für einen Verkaufsstand im Taubendorf.

Alle Formulare und weiteren Informationen gibt es im Downloadbereich.

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Die Brieftaube - Nr. 9

Internet Folge 9 Foto

Hier können Sie die gesamte Ausgabe Nr. 9 der Brieftaube downloaden.

 

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Hausmesse und Jungtauben-Börse

30. März 2019

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