Quer durch die Republik hört man von Brieftaubenzüchtern immer wieder den gleichen Satz: „Uns fehlt der Nachwuchs, wir sterben aus!“ Diese depressive Einstellung ist beinahe schon ansteckend, und nicht selten fühlt man sich von diesem Strudel angesaugt.

 

Ein Sportfreund, dem es nicht so geht, ist Josef Stahl aus der Einsatzstelle Neubäu, auf den ich vor ein paar Jahren schon einmal hinwies. Der Mittvierziger strotzt nicht nur vor Optimismus beim Blick in die Zukunft des Brieftaubensportes, sondern auch vor Tatendrang in Sachen Nachwuchs- und Mitgliederwerbung.

Dank seiner enormen Kraftanstrengungen gehen die Uhren im sportlichen Umfeld von Josef Stahl etwas anders, angelehnt an den markanten Satz von Franz-Josef Strauß: „In Bayern gehen die Uhren anders, das muss aber nicht falsch sein!“ Die Stahl-Aktivitäten steuern wirksam gegen den bundesweiten Trend des Mitgliederschwundes. Die Aktivitäten in Sachen Mitgliederwerbung sind vielfältig, wie an folgenden Argumenten zu erkennen ist.

 

Zunächst der Ist-Zustand

Zur Jungtierreise 2018 sollten 14 Züchter, bzw. reisende Schläge, in der Einsatzstelle Neubäu an den Start gehen. Davon wurden in den letzten fünf Jahren 10 (!) Sportfreunde geworben.

 

Zwischenzeitliche Anerkennung

Im Jahr 2017 beteiligte man sich am Wettbewerb des Prof. Dr. Kohaus-Fördervereins und wurde mit 500,- € für die Jugendförderung bezuschusst. Eine solche Anerkennung bekommt man nicht unbegründet. Man hatte mit drei Arbeitern der Firma Stahl im 150 km entfernten Nürnberg einen Gartenschlag zerlegt und daheim wieder akkurat aufgebaut. So wurde einem jungen Sportfreund geholfen.

 

Aktuell zwei „Neue“

Der seit drei Jahren in der Nähe von Josef Stahl wohnende Rumäne Julian (39) hatte schon zuhause Tauben. Als Sportfreund Stahl erfuhr, dass er sich für Brieftauben interessiert, organisierte er ihm 40 Jungtiere und schon war Julian Spinu im Herbst 2016 nicht nur aktiv dabei, sondern auch ein neues Verbandsmitglied.

Sportfreund Spinu teilte im Januar 2018 Josef Stahl mit, dass sein Cousin Daniel Nicolae (31) auch gerne nach Deutschland kommen würde, aber nur, wenn er hier ebenfalls Tauben halten könne. Der Unternehmer Stahl vermittelte, sodass Daniel Nicolae in einer Malerfirma inzwischen einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhielt.

 

Unterstützer vor Ort

Rein zufällig kam der Stahl-Vereinskollege Josef Schuierer mit der 15-jährigen Nina, die ihren Großvater schon einige Zeit bei der Tauben unterstützt, ins Gespräch. Dabei äußerte sie den Wunsch, dass sie gerne selbständig am Reisegeschehen teilnehmen würde. Es dauerte nicht lange bis ein 10 m großer Gartenschlag, nur einen Steinwurf von Ninas Elternhaus entfernt, auf dem großen Firmengelände der Spedition Schuierer stand. Die beiden „Neuen“, Daniel und Nina, schickten bereits zur Jungtierreise Tauben.

 

Die gegenwärtige Situation

Im Frühjahr 2018 wurde in der Einsatzstelle ein Taubenmarkt veranstaltet, zu dem alle aktiven, aber auch ehemalige Züchter sowie Interessierte eingeladen wurden. Dazu wurden Jungtiere von belgischen und regionalen Top-Züchtern geordert, die sehr kostengünstig verlost wurden und dabei jedes Los ein Treffer bedeutete.

Bei der letzten Aktion wurden jedem reaktivierten Sportfreund und jedem Neueinsteiger 30 bis 40 Jungtauben als Starthilfe versprochen. Vom Schlag Stahl bekam u.a. ein Züchter aus der Nachbar-RV, dem ein Marder alle Tauben getötet hatte, eine komplette Jungtiermannschaft.

Versprechen halten

Sportfreund Stahl hat den „Neuen“ ein Versprechen gegeben, das er einhalten möchte. Im Moment kommen ihm Zweifel, ob er dieses und ähnliche Versprechen einlösen kann, deshalb bittet er wegen des sehr groß gewordenen Umfanges um Unterstützung in Form von Jungtieren.

 

Gewinn, von dem alle profitieren

Dass er weiterhin als „Zugpferd“ agieren wird, das nicht nur begeistert, sondern auch die Wiedereinsteiger und Neubeginner weiterhin betreut, zeigen seine Zukunftspläne. Dieses intensive Engagement legt Josef Stahl aufgrund seiner persönlichen Überlegungen an den Tag, denn sein Ziel ist es, bis ins hohe Alter den Brieftaubensport zu betreiben. Und das macht eben nur in der Gemeinschaft Spaß – Brieftaubensport ist eben kein Hobby für Solisten.

 

Die Einladung steht

Um den jugendlichen Neu-Mitgliedern finanziell, beispielsweise bei der Anschaffung eines elektronischen Konstatiersystems und Chip-Ringen oder dem Reisekostenvorschuss, helfen zu können, ist nicht nur Josef Stahl, sondern auch Sportfreunde seines Vereins, der Einsatzstelle Neubäu und der RV ständig in dieser Mission aktiv.

So ist die RV Oberpfälzer Wald, anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens, Ausrichter der Siegerehrung der „Bayernmeisterschaft 2018“. Zu dieser Ein-Tages-Veranstaltung, die am 10. November 2018 in der Stadthalle Roding stattfindet, sind alle Sportfreunde aus Nah und Fern auf das herzlichste eingeladen.

 

Blick nach vorne

Warum soll die erfolgreiche Mitgliederpflege und -werbung nicht an anderer Stelle gelingen? Die Einsatzstelle Neubäu und die RV Oberpfälzer Wald setzt immer wieder neue Maßstäbe!

Von Willi Hertel

 

Sportfreund Josef Stahl aus Bodenwöhr setzt sich seit Langem für die Nachwuchsförderung ein. Sein Engagement gibt Beispiele dafür, wie dies erfolgreich gelingen kann.

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